passend zu beginn der frankfurter buchmesse erreicht den leser der zeitungen folgende nachricht: ""der suhrkamp-verlag wird bis auf weiteres keine anzeigen mehr in der "süddeutschen zeitung" schalten. als grund nannte suhrkamp-sprecher thomas sparr den artikel "der untergang des hauses suhrkamp" im magazin der zeitung von ende september. darin stelle der autor helmut böttiger falsche behauptungen auf" sagte sparr."(dpa) etc etc. wer sich jetzt zum beispiel fragt, warum in den buchmessenbeilagen der zeitungen so auffällig viele großverlagsbücher vorgestellt werden und so wenig polemische artikel (während doch die allgemeinen klagen weitnölen im hintergrund), dem sei diese nachricht ein wink. dasselbe gilt für die lyrik: weil die großverlage kaum lyrik drucken, wird eben auch keine lyrik besprochen. wenn dann eben ab und zu aus dem angebot ein sartorius oder senser rezensiert wird, weiß man, dass in den redaktionen eine ganz andere vorstellung von lyrik ... wächst...oder eingeht...? stop doch stimmt das nicht ganz: nicht in den buchmessenbeilagen, aber mit der zeit gibt es doch einige rezensionen zur lyrik, z.b. in der faz. deshalb sei dringlichst hingewiesen auf buecher.de, wo man ALLE rezensionen der faz zu einzelbänden nachlesen kann. man wird natürlich vor allem bei autoren wie grünbein und kling fündig, doch lohnt es sich auch bei anderen einmal nachzuschauen, ob etwas vorhanden ist stop neue zeitschriften: werden auch auf der buchmesse vorgestellt. besonders der lyrik widmen sich dabei die neuen ausgaben von lauter niemand, auch BELLA triste setzt seine erkundungen fort, ziemlich spannend auch la mer geleé, eine deutsch-französische zeitschrift. dann natürlich die gute alte EDIT mit neuem herausgeber, herausgeberin (u.a. Ulrike Sandig) und schließlich krachkultur und die köln-berliner zeitschrift sprachgebunden, ein magazin, das laut michael braun "in seiner ästhetischen Intelligenz alle vergleichbaren Produkte der jungen Literatur- und Kunst-Szene weit überragt".